Willkommen zum Sommer-Brief der CoachingWiese!
Das Frühjahr war geprägt von der weltweiten Finanzkrise, die viele Unternehmen ins Taumeln brachte und immer noch bringt; Führungskräfte und Mitarbeiter/innen sind zutiefst verunsichert. Dies bleibt nicht ohne Folgen für Coaches und Berater/innen. Im Coaching und in der Beratung sind intelligente Lösungen gefragt, die der aktuellen Situation gerecht werden und gleichzeitig auch langfristige Ziele berücksichtigen. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Die CoachingWiese Personalentscheider/innen und Coaches gefragt: „Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise für Coaches?“ Und folgende spannende Antworten bekommen:
1. „Für Coaches ist es wichtig, ihr Feld zu erweitern, um passgenau und zielgerichtet auf die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen einzugehen“, sagt Claudia Münch-Gliewe, Senior Executive Management Vattenfall Europe.
Auswahl von Coaches - Interview >>
2. „In der Wirtschaftskrise steigt der Bedarf an professionellen Coaches. Coaching-Kompetenz, Erfahrung und persönliche Passung sind die drei wichtigsten Qualitätskriterien“, ergibt unsere Umfrage. Wobei sich die Prioritäten von Personalverantwortlichen und Coaches unterscheiden.
Qualitätskriterien für Coaches - Umfrageergebnisse >>
3. „Wer durch die Krise Auftragseinbrüche zu verzeichnen hat, kann dies als Chance nutzen, um in die eigene Professionalisierung und Positionierung zu investieren“, sagt die Branding-Expertin Christina Grubendorfer.
Eigenpositionierung von Coaches - Seminar >>
Ich hoffe die Texte inspirieren Sie, Ihren Weg durch die Wirtschaftskrise erfolgreich zu gestalten.
Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Sommer!
Susanne Schönborn
P.S.: Wenn Sie den Brief interessant finden, geben Sie ihn doch bitte an Ihre Kolleg/innen weiter. Wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben, dann lassen Sie mich das wissen, damit der Herbst-Brief zum Thema „Gesundheit und Coaching“ am 21. September 2009 Ihr Interesse findet.
Wenn Sie den Brief nicht mehr erhalten wollen, dann benutzen Sie
folgenden Link.
„Wer durch die Krise Auftragseinbrüche zu verzeichnen hat, kann dies als Chance nutzen, um in die eigene Professionalisierung und Positionierung zu investieren.“
Eigenpositionierung für Coaches aus Sicht der Branding-Expertin Christina Grubendorfer.
Die Wirtschaftskrise hat Auswirkungen auf den Coaching- und Beratungs-Markt. Coachingaufträge werden häufig über Beziehungen und persönliche Kontakte vergeben. Dieses Muster verstärkt sich durch die Wirtschaftskrise. Coachingbudgets werden gekürzt und neue Coaches kaum noch in die Coachingpools aufgenommen. Wer sich jetzt bereits einen Namen gemacht und sich gut positioniert hat, ist klar im Vorteil.
Um die durch die Krise veränderten Rahmenbedingungen in den Unternehmen reflektieren zu können, zeichnet sich ein professioneller Coach neben den Qualitätskriterien, die immer wichtig sind, wie einer fundierten Ausbildung, regelmäßiger Supervision und Weiterbildung, Integrität oder innerer Aufgeräumtheit, jetzt auch dadurch aus, dass wirtschaftliche und politische Zusammenhänge verstanden werden.
Wer durch die Krise Auftragseinbrüche zu verzeichnen hat, kann dies als Chance nutzen, um in die eigene Professionalisierung und Positionierung zu investieren: Jetzt endlich das eigene Profil schärfen und neue Wege im Marketing gehen, z.B. online über Communities oder durch Beziehungsgestaltung in Netzwerken. Darüber hinaus ist es wichtig, Verständnis für die veränderte Situation in den Unternehmen zu haben und sich gerade jetzt als Gesprächspartner anzubieten.
Die Auftragschancen erhöhen sich durch die Schärfung des eigenen Profils und der entsprechenden Positionierung. Ist dieser Schritt getan, gilt es, die Erwartungen auch zu erfüllen und täglich auf seine Positionierung „einzuzahlen“. Zudem sollten sich Coaches überlegen, wie sie Situationen und Erlebnisse für mögliche Auftraggeber kreieren können, in denen sie optimal zeigen können, wer sie sind und wofür sie stehen: Mit einem speziellen Thema auf einem Kongress, einem Autorenbeitrag in einem Brief, einer eigenen XING-Gruppe oder dem Engagement auf einer Benefiz-Veranstaltung – je nachdem, was zur eigenen Positionierung passt.
Grundvoraussetzung für „Personal Branding“ ist Selbstreflektion, das Hinterfragen der eigenen Identität, die Bereitschaft, sich intensiv mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinander zu setzen. Wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind: Wofür stehe ich? Was macht mich aus? Woran orientiere ich mich? Das steigert das „Selbstbewusstsein“, was ja heißt, dass ein Mensch „sich seiner selbst bewusst ist“.
Jedes Branding sollte innen beginnen. Bevor ich mir Gedanken darüber mache, wie andere mich sehen, bzw. was andere von mir sehen sollen, muss ich wissen, wer ich bin. Dann erst kann ich mich fragen, wie ich mich strategisch am besten positioniere. Oberstes Prinzip ist Glaubwürdigkeit – nichts zu versprechen, was ich nicht auch halten kann. Daraus ergibt sich ein authentisches Auftreten.
Jeder Mensch trägt Juwelen in sich. Mit Personal Branding lässt sich dieser Schatz heben - einzelne Diamanten werden poliert, geschliffen und zum Leuchten gebracht.
Christina Grubendorfer ist Gründerin der Leadership Equity Association und der Deutschen Employer Branding Akademie. Sie berät Top-Führungskräfte und Vorstände
„In der Wirtschaftskrise steigt der Bedarf an professionellen Coaches. Coaching-Kompetenz, Erfahrung und persönliche Passung sind die drei wichtigsten Qualitätsbereiche für die Auswahl von Coaches“
Qualitative Ergebnisse unserer Umfrage „Qualitätskriterien für Coaches in der Wirtschaftskrise“
In der Wirtschaftskrise steigt der Bedarf an professionellen Coaches
Mehr als zwei Drittel (68%) aller 417 befragten Coaches und Personalverantwortlichen schätzen den Coachingbedarf gerade in Krisenzeiten als steigend ein. Nur knapp ein Viertel (24%) antworteten auf die Frage: „Sehen Sie in Zeiten der Wirtschaftskrise, den Bedarf an qualifizierten Coaches geringer werden, gleich bleibend oder steigend?“, dass der Bedarf gleich bleibt. Gerade in Krisenzeiten braucht es gute Lösungen, um aus der Krise zu kommen und dann sind qualifizierte Coaches offensichtlich wichtig.
Die qualitativen Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass für Personalverantwortliche und Coaches bei der Auswahl von Coaches Coaching-Kompetenz, Erfahrung sowie der persönliche Eindruck zählen. Wobei die Prioritäten dieser drei Bereiche von Entscheidern und Coaches unterschiedlich eingeschätzt werden.
Wichtiges Auswahlkriterium ist die Coachingkompetenz; insbesondere Methodenkompetenz und Coaching-Ausbildung
Coaches schätzen Coaching-Kompetenz als den wichtigsten Bereich ein, wenn es um die Auswahl eines Coaches geht. Methodenkompetenz wurde von 45%, Coaching-Ausbildung von 32,5% und Selbstreflektion bzw. Supervision von 12% genannt. Insgesamt nennen 89,5% der Coaches als eines der drei wichtigsten Qualitätskriterien, Kriterien die dem Bereich Coaching-Kompetenz zugeordnet werden können.
Für Personalverantwortliche ist der Bereich Coaching-Kompetenz ebenfalls sehr wichtig. Insgesamt 94,4% der Entscheider nannten bei der Frage nach der Auswahl von Coaches Kriterien, die diesem Qualitätsbereich zugeordnet werden können: 66,6% nannten Methodenkompetenz; Coaching-Ausbildung nannten 27,8%.
Coaches sollten eine professionelle, fundierte Ausbildung und hohe Methodenkompetenz vorweisen, um in der Krise erfolgreich zu sein.
Erfahrung spielt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl von Coaches
Ausnahmslos alle Entscheider (100%) nennen als eines der drei wichtigsten Qualitätskriterien Antworten, die dem Bereich Erfahrung zugeordnet werden können. 44,4% nannten dabei unspezifiziert Erfahrung, Feldkompetenz wurde von 22,2% genannt, 16% nannten Coaching-Erfahrung, 11,1% Referenzen sowie 5,6% Lebenserfahrung.
Bei den Coaches war Erfahrung mit 71,9% der zweitwichtigste Bereich. Unspezifizierte Erfahrung wurde von 21,6% genannt, Referenzen von 18,1%, Feldkompetenz von 16,4%, Coaching-Erfahrung von 12,3% und Lebenserfahrung von 3,5%.
Der persönliche Eindruck zählt
In Zeiten der Krise ist es wichtig, mit glaubwürdigem und authentischem Auftreten zu überzeugen. Sowohl für Coaches (65,5%) als auch für Personalentscheider (44,4%) ist der drittwichtigste Qualitätsbereich der persönliche Eindruck. 15,8% der Coaches nannten Vertrauen während Authentizität von 6,4% genannt wurde, Empathie von 11,7%, Persönlichkeit von 14,6% und Sympathie von 17%.
Die Entscheider nannten zu 27,8% Persönlichkeit sowie zu 16,6% Sympathie.
Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Personalverantwortliche gerade in Krisenzeiten zunächst auf fachliche und praktische Kompetenz und dann auf Persönlichkeit achten. Die derzeitige Wirtschaftskrise ist keine reine Finanzkrise, sie rüttelt auch an bewährten Lösungen und an der Identität von Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeiter/innen. Für Coaches und Berater/innen ist dieses in der Praxis eine Herausforderung. Es gilt, die eigene Haltung und Entwicklung konstruktiv zu überprüfen, um empathisch und vorausschauend die Unterstützung für Klienten, Mandanten und Coachees zu bieten, die jetzt notwendig ist. Dann zählen die Coaches und Berater/innen und ihre Kunden wirklich zu den Gewinnern der Krise#

„Für Coaches ist es wichtig, ihr Feld zu erweitern, um passgenau und zielgerichtet auf die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen einzugehen.“
Interview mit Claudia Münch-Gliewe, Senior Executive Management Vattenfall Europe, zum Thema Auswahl von Coaches.
Claudia Münch-Gliewe ist im Senior Executive Management bei Vattenfall Europe zuständig für die Führungskräfteentwicklung. Sie ist zertifizierte systemische Coach.
In welchen Bereichen und wie häufig setzen Sie bei Vattenfall Coaches ein?
Münch-Gliewe: Coaching ist bei Vattenfall ein sehr effektives Mittel und wird auf allen Führungsebenen und in allen Bereichen angewendet. Hauptschwerpunkte sind Standortbestimmung, Karriereberatung sowie die Einführung in die neue Führungsrolle, Mitarbeiterführung und Kommunikation.
Worauf achten Sie bei der Auswahl von Coaches?
Münch-Gliewe: Beispielsweise überzeugt mich, wenn Coaches mir entsprechende Ausbildung und Fortbildung im Coachingbereich nachweisen können. Erfahrung spielt bei der Auswahl von Coaches auch eine große Rolle: Sowohl Coaching-Erfahrung als auch Erfahrung in Managementpositionen.
Wie wichtig ist Ihnen Methodenvielfalt?
Münch-Gliewe: Methodenvielfalt ist sehr wichtig, damit Coaches zielgerichtet das anbieten können, was in dem Unternehmen gerade benötigt wird. Sinnvoll ist z.B. das Modell von Schulz von Thun, Transaktionsanalyse, aber auch Theatererfahrung oder Elemente aus Psychodrama, Rollenspiele oder auch strategische Tools, wie SWOT-Analyse oder Portfolio-Analyse.
Wie wichtig ist Praxisnähe?
Münch-Gliewe: Praxiserfahrung ist sehr wichtig, wichtiger noch als der theoretische Hintergrund, aus dem jemand kommt.
Wie wichtig ist es für Sie, dass sich Coaches regelmäßig fortbilden?
Münch-Gliewe: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Beispielsweise überzeugt mich eine ehemalige Führungskraft, die jetzt Berater oder Coach ist, erst, wenn sie mir erzählt, welche Ausbildungen und Fortbildungen sie schon im Coaching-Bereich gemacht hat. Diese Fortbildungen sollten vor allem fundiert sein.
Was schätzen Sie, welche Rolle Coaching in 5 Jahren spielen wird?
Münch-Gliewe: Unternehmen sind daran interessiert, dass ein Coach Feldkompetenz nachweisen kann, dazu gehört auch unternehmerisches Know-How. Meine persönliche Beobachtung ist, dass es jetzt viele Berater gibt, die auch Coaching machen. Ich denke, für Coaches es ist wichtig, genauso ihr Feld zu erweitern, um passgenau und zielgerichtet auf die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen einzugehen.
Was können Coaches machen, um sich auf dem Markt zu halten?
Münch-Gliewe: Ein Coach könnte sich in BWL weiterbilden, z.B. sich mit Organisationsstrukturen beschäftigen oder der Funktionsweise von Unternehmen, der Wertschöpfungskette sowie damit, was die Rolle eines Geschäftsführers formal bedeutet.
Bezogen auf die Qualifizierung von Coaches ist in der Wirtschaft, denke ich, eine Kopplung von eigener Kompetenz und Wirtschaftskompetenz notwendig.
Vielen Dank für das Gespräch
Auf wirksame Art Anfänge gestalten
mit
Peter Szabó
Beratung und Kontakt:
CoachingWiese
030 - 22 68 52 98
kontakt@coachingwiese.de
"Coaching kann so einfach sein. Kann es das? Ja, ich habe es erlebt: es war leicht, lustig, locker und hoch inspirierend. Zwei intensive und nachhaltige Workshoptage habe ich mit wunderbaren CoachkollegInnen und dem Autor des Buches "Kurzzeitcoaching mit Langzeitwirkung" verbracht.“
sagt Petra Schuseil, Lebenstempo Coaching, Frankfurt.